Projekt „Synodaler Weg – Weltkirchliche Perspektiven“

Ergebnisse zur ersten quantitativen Phase – ein Überblick

1. Dezember 2022

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Einleitung

Seit 2015, als Papst Franziskus die Synodalität als Weg für die Kirche des dritten Jahrtausends festlegte, hat die katholische Kirche weltweit Schritte unternommen, um sowohl die Theorie als auch die Praxis einer synodalen Kirche zu vertiefen. Dieser Prozess zielt einerseits darauf ab, über die Zukunft der Kirche im gegenwärtigen Weltkontext, ihre Herausforderungen, Probleme und Möglichkeiten nachzudenken; andererseits ist er ein Weg, sich der größten Krise zu stellen, die die katholische Kirche in der heutigen Zeit erlebt. In den letzten Jahren haben mehrere Ortskirchen darüber diskutiert, wie eine wirklich partizipative und synodale Kirche aufgebaut werden kann.

In Deutschland soll der sogenannte „Synodale Weg“, ein von Laien und Amtskirche gleichermaßen getragener kirchlicher Reformprozess, die dem Machtmissbrauch zugrundeliegenden strukturellen Aspekte benennen und Lösungsvorschläge für eine Weiterentwicklung erarbeiten. Die Fragen nach Macht und klerikale Lebensform, nach Gewaltenteilung und Teilhabe sowie nach der Verantwortung von Frauen in der Kirche stehen dabei besonders im Fokus der Debatte.

Im Rahmen des Projekts „Synodaler Weg – weltkirchliche Perspektiven“ führen die Einrichtungen „Katholischer Akademischer Ausländer-Dienst (KAAD)“ und das „Institut für Weltkirche und Mission“ (IWM) eine empirische Studie durch, bei der eine internationale Gruppe von Teilnehmenden aus verschiedenen Ortskirchen nach den Themen der deutschen Reformdebatte befragt werden. Hierbei sollen die Themenkomplexe des Synodalen Weges aus der Perspektive anderer weltkirchlicher Kontexte betrachtet, in seiner Relevanz auf den verschiedenen Ebenen des kirchlichen Lebens eingeordnet und in ihrer Bedeutung analysiert werden. Umgekehrt soll in Erfahrung gebracht werden, welchen Themen die Gläubigen in anderen kulturellen, politischen, ökonomischen und religiösen Kontexten Relevanz beimessen und welche Gewichtungen sie vornehmen.

Um diese Ziele zu erreichen, wird eine „Mixed Explanatory Design“ Methode mit einer ersten quantitativen Phase (bereits abgeschlossen), und einer zweiten qualitativen Phase (im Ablauf) verwendet. In der ersten quantitativen Phase wurden Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni des KAAD, des Albertus Magnus-Programm (AMP) und des Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland e.V. (ICALA) eingeladen, an einer Online-Umfrage teilzunehmen, um ihre Meinung zu den vier Hauptthemen, die auf dem Synodalen Weg in Deutschland diskutiert werden, zu erfahren.

Dazu wurden vier Gruppen von Fragen gestellt. Jede Gruppe bestand zunächst aus drei Aussagen zu dem jeweiligen Thema. Gefolgt von drei Fragen zur Relevanz des Themas für die Teilnehmenden persönlich, ihre Gemeinde vor Ort und ihre Ortskirche. Und schließlich eine Fragestellung zur Relevanz des Themas in der Zukunft. Die Teilnehmenden wurden gebeten einzustufen, wie stark sie jeder der Aussagen zustimmten, wobei sie eine Antwortspanne von 1 („Ich stimme nicht zu“) bis 5 („Ich stimme zu“) verwenden konnten. Die Umfrage wurde vom 1. bis 17. April 2022 online durchgeführt.

Die endgültige Stichprobe bestand aus 599 Befragten aus 67 Ländern, die in fünf Hauptregionen unterteilt waren: Afrika (26,8%), Nahost (6,7%), Osteuropa (21,9%), Asien (13,5%) und Lateinamerika (31,3%).

Die Teilnehmenden waren zwischen 21 und 80 Jahre alt: 13,7% waren zwischen 21 und 30 Jahre alt, 54,4% zwischen 31 und 45 Jahre alt, 29,4% zwischen 46 und 65 Jahre alt und 2,2% waren 66 Jahre alt oder älter.

56,6% bezeichnete sich als männlich und 43,4% als weiblich. Fast neun von zehn (88,3%) waren Laien, 11,7% Ordensleute und 3,2% Priester. Außerdem bestand die größte Gruppe aus römischen Katholiken (89,2%), während andere Konfessionen wie griechische Katholiken, Maroniten und äthiopische Katholiken jeweils zwischen 2 und 3% vertreten waren. Schließlich waren neun Fachbereiche vertreten, wobei die Geisteswissenschaften (42,6%), die Sozialwissenschaften (21,5%), die Ingenieurwissenschaften (10,2%) und die medizinischen Wissenschaften (9,3%) am zahlreichsten vorkamen.

Ergebnisse zum Thema „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“.

Zum ersten Thema „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“ wurden die folgenden drei Aussagen aufgenommen:

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 3,34; Standardabweichung (SD) = 1,43.

(a) „Macht und der Einfluss in der Kirche sind bei uns ausschließlich in der Hand der Priester und Bischöfe“, wobei der Mittelwert 3,34 und die Standardabweichung 1,43 beträgt. Dies bedeutet, dass die Teilnehmenden eine ambivalent positive Meinung zu dieser ersten Aussage hatten und es große Unterschiede zwischen den Befragten gab.

 

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 4,03; Standardabweichung (SD) = 1,19.

(b) „Es wäre wichtig, dass Laien in der Kirche mehr Einflussmöglichkeiten bekommen und die Macht besser verteilt wird“, mit einem Mittelwert von 4,03 und einer Standardabweichung von 1,19. In diesem Fall bewerteten die Befragten diesen Punkt also positiv, auch wenn einige wichtige Unterschiede festzustellen sind.

 

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 4,46; Standardabweichung (SD) = 0,85.

(c) „Gemeinsame Teilhabe von Laien und Klerikern am Sendungsauftrag der Kirche hilft bei der Verkündigung der Botschaft“ hatte einen Mittelwert von 4,46, den höchsten Wert unter diesem Thema, und eine Standardabweichung von 0,85, was einen höheren Konsens unter den Befragten zeigt.

 

 

Wenn die Unterschiede zwischen den Gruppen nach den Hintergrundvariablen analysiert werden, zeigen die Ergebnisse signifikante Unterschiede nur zwischen den Regionen. Bei der ersten Aussage („Macht und der Einfluss in der Kirche sind bei uns ausschließlich in der Hand der Priester und Bischöfe“) beispielsweise war die Zustimmung bei den Befragten aus Lateinamerika am geringsten (M = 3,10) und bei denen aus Nahost am höchsten (M = 3,70), während bei der zweiten („Es wäre wichtig, dass Laien in der Kirche mehr Einflussmöglichkeiten bekommen und die Macht besser verteilt wird“) die Zustimmung der Teilnehmenden aus Osteuropa am geringsten (M = 3,85) und bei denen aus Asien am höchsten (M = 4,36) ausfiel. Bei der dritten Aussage („Gemeinsame Teilhabe von Laien und Klerikern am Sendungsauftrag der Kirche hilft bei der Verkündigung der Botschaft“) waren die Unterschiede geringer (M zwischen 4,23 in Osteuropa und 4,60 in Afrika).

Ergebnisse zum Thema „Priesterliche Existenz heute“.

Zum zweiten Thema „Priesterliche Existenz heute“ wurden die folgenden drei Aussagen von den Teilnehmenden bewertet:

(a) „Wie Priester heute leben, vor allem ihre Lebensform des Zölibats, finde ich passend und richtig“, wobei der Mittelwert 2,80 und die Standardabweichung 1,39 beträgt. Dies bedeutet, dass die Teilnehmenden eine ambivalent negative Meinung zu dieser ersten Aussage hatten, wobei es sichtbare Unterschiede zwischen den Befragten gab. (Grafik zum Vergrößern anklicken)

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 2,80; Standardabweichung (SD) = 1,39.

(b) „Der verpflichtende Zölibat für diözesane Priester hilft der Kirche in ihrer Glaubwürdigkeit und der Verbreitung ihrer Botschaft“, mit einem Mittelwert von 2,98 und einer Standardabweichung von 1,52. In diesem Fall hatten die Befragten eine ambivalente Meinung zu diesem Punkt. Die Unterschiede zwischen den Befragten waren noch größer als zuvor. (Grafik zum Vergrößern anklicken)

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 2,98; Standardabweichung (SD) = 1,52.

(c) „In Zukunft sollen diözesane Priester selbst wählen können, ob sie zölibatär leben wollen oder heiraten“, hatte einen Mittelwert von 3,53, der als einziger über dem Mittelwert lag, aber immer noch ambivalent positiv war, und eine Standardabweichung von 1,59, was eine große Streuung in den Antworten zeigt. (Grafik zum Vergrößern anklicken)

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 3,53; Standardabweichung (SD) = 1,59.

 

Bei der Analyse der Unterschiede zwischen den Gruppen nach den Hintergrundvariablen zeigen die Ergebnisse signifikante Unterschiede zwischen den Regionen (für die drei Aussagen), den Lebensstilen (für die ersten beiden) und den Konfessionen (für die zweite und dritte). Die deutlichsten Unterschiede zeigen sich beispielsweise bei der zweiten Aussage („Der verpflichtende Zölibat für diözesane Priester hilft der Kirche in ihrer Glaubwürdigkeit und der Verbreitung ihrer Botschaft“), wo die Befragten aus Lateinamerika eine negative Meinung vertraten (M = 2,33), während diejenigen aus Asien eine eher positive Meinung hatten (M = 3,77). Auch bei der dritten Fragestellung („In Zukunft sollen diözesane Priester selbst wählen können, ob sie zölibatär leben wollen oder heiraten“) zeigten Teilnehmende aus Asien eine ambivalente Meinung (M = 2,93), während die aus Nahost diese Aussage am positivsten bewerteten (M = 4,15). Darüber hinaus war die Zustimmung der Laien zu allen Aussagen geringer als die von Ordenspersonen und Klerikern. Es fiel außerdem auf, dass griechische Katholiken, Maroniten und äthiopische Katholiken unter den Teilnehmenden der dritten Aussage stärker zugestimmt haben als die befragten römischen Katholiken.

Ergebnisse zum Thema „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“

Darüber hinaus wurden für das dritte Thema «Frauen» die folgenden drei Aussagen aufgenommen:

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 4,16; Standardabweichung (SD) = 1,20.

(a) „Frauen spielen bei uns in den Gemeinden eine wichtige Rolle“ hatte einen Mittelwert von 4,16, den höchsten innerhalb dieses Themas, und eine Standardabweichung von 1,20, was sichtbare Unterschiede zwischen den Befragten zeigt.

 

 

 

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 2,97; Standardabweichung (SD) = 1,38.

(b) „Frauen erhalten in unseren Gemeinden genügend Gehör und haben genügend Einfluss“, mit einem Mittelwert von 2,97 und einer Standardabweichung von 1,38. In diesem Fall haben die Befragten eine ambivalente Meinung zu diesem Punkt, und die Unterschiede zwischen den Befragten sind größer als zuvor.

 

 

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 3,57; Standardabweichung (SD) = 1,52.

(c) „Frauen sollen in Zukunft auch zu den Weiheämtern der Kirche zugelassen werden“ hatte einen Mittelwert von 3,57, der leicht über dem Mittelwert liegt, aber immer noch ambivalent positiv ist, und eine Standardabweichung von 1,52, was eine große Streuung der Antworten zeigt.

 

 

Vergleicht man die Ergebnisse zwischen den Gruppen, so zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen Geschlecht, Regionen, Lebensstil und Konfession. So stimmten beispielsweise männliche Befragten der zweiten Aussage („Frauen erhalten in unseren Gemeinden genügend Gehör und haben genügend Einfluss“) stärker zu als weibliche (M = 3,11 bzw. 2,78), während bei der dritten Aussage („Frauen sollen in Zukunft auch zu den Weiheämtern der Kirche zugelassen werden“) das Gegenteil der Fall war (M = 3,37 bzw. 3,83). Darüber hinaus legen die Antworten der Befragten nahe, dass Lateinamerika eine Region ist, die sich besonders für das Thema interessiert, offen für Reformen ist und der aktuellen Situation der Frauen kritisch gegenübersteht; im Gegensatz dazu zeigten Befragten aus Osteuropa eine geringere Zustimmung und Einschätzung der Relevanz dieses Themas. Schließlich zeigten Maroniten, äthiopische und armenische Katholiken unter den Teilnehmern eine höhere Zustimmung und ein größeres Interesse an dem Thema als befragte griechische Katholiken.

Ergebnisse zum Thema „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“.

Zum letzten Thema wurden die folgenden drei Aussagen von den Teilnehmern bewertet:

(a) „Es ist richtig und wichtig, dass die allgemeine kirchliche Lehre und die konkrete Lehre vor Ort sich intensiv mit dem Thema Sexualität beschäftigt“, hatte einen Mittelwert von 3,97, den höchsten innerhalb dieses Themas, und eine Standardabweichung von 1,24, was sichtbare Unterschiede zwischen den Befragten zeigt.
(Grafik zum Vergrößern anklicken)

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 3,97; Standardabweichung (SD) = 1,24.

 

(b) „Es ist richtig und soll so bleiben, dass Sexualität nach kirchlicher Lehre nur in der katholisch gültig geschlossenen Ehe ihren Platz haben darf“, mit einem Mittelwert von 3,08 und einer Standardabweichung von 1,56. Dies bedeutet, dass die Befragten eine ambivalente Meinung zu diesem Punkt hatten und die Unterschiede zwischen den Befragten größer war als zuvor. (Grafik zum Vergrößern anklicken)

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 3,08; Standardabweichung (SD) = 1,56.

 

(c) „Der Umgang mit Homosexualität sollte in der katholischen Kirche neu bewertet werden“ hatte einen Mittelwert von 3,24, der leicht über dem Mittelwert lag, aber immer noch ambivalent war, und eine Standardabweichung von 1,67, was eine große Streuung der Antworten zeigt.
(Grafik zum Vergrößern anklicken)

Befragte (N) = 599; Mittelwert (M) = 3,24; Standardabweichung (SD) = 1,67.

 

Bei der Analyse möglicher Unterschiede zwischen den Gruppen lassen sich in allen Fällen signifikante Unterschiede zwischen Regionen und Konfessionen und bei einigen spezifischen Aussagen zwischen Geschlecht und Alter feststellen. So war Lateinamerika die Region, aus der die Befragten die Aussage zwei („Es ist richtig und soll so bleiben, dass Sexualität nach kirchlicher Lehre nur in der katholisch gültig geschlossenen Ehe ihren Platz haben darf“) am deutlichsten ablehnten (M = 2,37), während Teilnehmer aus Afrika die höhere Zustimmung aufwiesen (M = 3,57). Umgekehrt bewerteten lateinamerikanischen Befragten die Aussage drei („Der Umgang mit Homosexualität sollte in der katholischen Kirche neu bewertet werden“) positiv (M = 4,16), während diejenigen aus Afrika dies negativ taten (M = 2,03). Geschlechtsspezifische Unterschiede waren nur bei Aussage drei zu erkennen, wo Frauen unter den Teilnehmern eine höhere Zustimmung zeigten als Männer (M = 3,45 gegenüber 3,07). Schließlich spielte das Alter nur bei der Relevanz des Themas eine differenzierende Rolle: Je jünger der Befragte war, desto relevanter war das Thema für ihn persönlich.

Ergebnisse zur Relevanz der Themen

Was die Relevanz der einzelnen Themen für die Befragten angeht, so werden alle Themen von den Befragten für wichtig erachtet. Die Themenkomplexe ‚Sexualität‘ und ‚Frauen‘ sind für sie persönlich am wichtigsten (mit Mittelwerten von 4,04 bzw. 3,81), gefolgt von Macht und priesterlicher Existenz (mit Mittelwerten von 3,66 bzw. 3,61). Betrachtet man die Relevanz für die Diözese oder die Kirche in ihrem Land, ergibt sich eine etwas andere Reihenfolge: Sexualität (M = 3,92 und 3,96) und priesterliche Existenz (M = 3,89 und 3,96) führen die Prioritäten an, nah von Macht gefolgt (M = 3,79 und 3,84). Frauen fallen auf den letzten Platz (M = 3,69 und 3,67). In allen Fällen sind erhebliche Unterschiede zwischen den Befragten festzustellen, wobei die Standardabweichung zwischen 1,13 und 1,40 liegt.

Fazit

Als Zusammenfassung kann man festhalten, dass die Teilnehmenden dem Anliegen positiv gegenüberstehen, die Rolle und den Einfluss der Laien in der Kirche zu stärken, um eine bessere Machtverteilung zu erreichen, was auch bei der Verkündigung der Botschaft helfen kann. Beide Aspekte bekommen eine klare Zustimmung, wobei sie die höchsten Werte in der Umfrage und einen klaren Konsens innerhalb der Stichprobe aufwies. Hinsichtlich des Wertes des Zölibats und der Art und Weise, wie Priester heute leben, gab es hingegen ambivalente Meinungen. Allerdings waren die Teilnehmende auch nicht eindeutig mit der Idee einverstanden, sie in Zukunft über ihren Lebensstil entscheiden zu lassen.

Darüber hinaus wurde die Rolle der Frauen in den Gemeinden sichtlich gut bewertet; dennoch äußerten die Befragten ambivalente Meinungen über den Einfluss, den sie in ihren Gemeinden und Pfarreien tatsächlich haben. Die Idee, ihnen die Möglichkeit zu geben, zu ordinierten Ämtern zugelassen zu werden, scheint so umstritten zu sein, mit einem Mittelwert knapp über dem Mittelpunkt und einem großen Unterschied zwischen den Meinungen der Befragten (Standardabweichung). Schließlich sind die meisten Befragten damit einverstanden, dass sich die Kirche intensiv mit dem Thema Sexualität befasst; dennoch sind ihre Meinungen über die aktuelle Lehre der Kirche zu Sexualität, Ehe und Homosexualität eher ambivalent.

Die Varianzanalysen zwischen den Gruppen nach den Hintergrundvariablen zeigten, dass in allen Fällen die Herkunftsregion signifikante Unterschiede aufwies, während andere Variablen wie Geschlecht, Lebensstil oder Konfession nur in einigen spezifischen Aspekten eine Rolle spielten.

Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass die Forschungsteilnehmenden Stipendiat:innen in Deutschland sind oder waren, und deshalb interkulturelle Erfahrungen gesammelt haben, was wir für einen positiven Beitrag zu dieser Forschung halten. Sie haben auch eine Beziehung zu Deutschland, was allerdings nicht bedeutet, dass sie automatisch die deutsche Sichtweise eingenommen haben, wie die signifikanten Unterschiede (= Standardabweichungen) bei den Antworten, vor allem nach Regionen, zeigen.

In Anbetracht dieser Ergebnisse werden in der zurzeit laufenden qualitativen Phase Fokusgruppen nach Regionen durchgeführt, um die in der quantitativen Phase aufgetretenen regionale Meinungsunterschiede und ihre Gründe besser zu erfassen. Nur in solchen interkulturellen Gesprächen werden wir die Themen des Synodalen Weges aus weltkirchlicher Perspektive betrachten können.

Hinweis:

Fundiert auf die Ergebnisse der vorausgegangenen Studie will die nächstjährige Jahrestagung vom IWM eine Plattform für einen solchen interkulturellen Austausch anbieten. Herzlichen Einladung an alle zur Teilnahme! Mehr Info und Voranmeldung hier:

IWM Jahrestagung 2023

 


Dr. Catalina Cerda Planas

Wissenschaftliche Mitarbeiterin