Die „Relatio post disceptationem“ wurde vorgestellt, die Arbeit bei der Bischofssynode wird fortgesetzt.

13. Oktober 2014

Seit dem 5. Oktober beraten die rund 190 Bischöfe aus aller Welt über das Thema Familie in der katholischen Kirche. Es ist die dritte außerordentliche Generalversammlung der Bischofssynode und sie versteht sich als Auftakt zum Erneuerungsprozess der Familienpastoral, der vom 4. bis 25. Oktober 2015 bei der Ordentlichen Bischofssynode fortgesetzt wird. Kardinal Péter Erdö hat die sogenannte „Relatio post disceptationem“, die Zusammenfassung der Beratungen der vergangenen Woche erstellt und präsentiert.    

Die Relatio ist ein 12 seitiges Dokument, gegliedert in drei Teilen:

1. Das Hören: Der Kontext der Herausforderungen für die Familie

2. Der Blick auf Christus: Die Frohe Botschaft von der Familie

3. Die Auseinandersetzung: Pastorale Perspektiven

Die Zusammenfassung der bisherigen Beratungen macht deutlich, dass die Bischöfe die vielschichtigen Herausforderungen, mit denen sich Familien konfrontieren, ständig im Blick hatten. Keine idealisierten Vorstellungen standen im Zentrum der Gespräche. Vorrang hatte der Mensch, der fähig ist, Bindungen zu leben, der aber auch scheitern kann. Gradualität und Barmherzigkeit sind zwei leitende Begriffe in der Relatio. Die Suche nach familiären Werten und nach Wahrheit außerhalb der vollkommenen Partnerschaften ist in der Relatio erkennbar. Auch wenn aus dem Dokument eindeutig hervorgeht, dass die Vollkommenheit einer Partnerschaft nur im Ehesakrament enthalten ist, wendet es sich mit Respekt auch anderen Partnerschaften zu, ohne diese zu verurteilen. Als unverzichtbare Zelle der Gesellschaft bezeichnet das Schreiben die Familie und betrachtet  sie als „Schule der Humanität“. Individualismus und Hedonismus, Armut, Krieg, Gewalt und Migration bedeuten eine Gefahr für das Gelingen des Familienlebens. Die Verantwortung der Kirche ist dabei in jeder Situation durch Worte der Hoffnung und der Ermutigung die Barmherzigkeit und die Frohe Botschaft Jesu zu verkünden. 

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Die Arbeit der Bischöfe wird in Arbeitsgruppen fortgesetzt. Diese sind nach Sprachen organisiert und arbeiten anhand der „Relatio post disceptationem“. Am Donnerstag werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen in der Vollversammlung vorgestellt. Für Samstag ist die „Relatio Sinodi» (eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen) zu erwarten. Über die Botschaft der Synode an die Gläubigen (Nuntius) wird ebenfalls am Samstag abgestimmt. Das Schlussdokument, das als Arbeitsgrundlage für die Bischofssynode 2015 gilt, wird vom Redaktionskomitee der Synode bis nächsten Sonntag fertiggestellt. Die außerordentliche Bischofssynode endet am 19. Oktober.

Quellen: 
Radio Vatikan: Erste Einzelheiten zur Bischofssynode 2015 
Katholische Presseagentur Österreich: Synode: Zwischenbericht weist Weg zu Einzelfalllösungen
Radio Vatikan: Zwischenbericht der Bischofssynode 
Katholisches Nachrichtenportal der Ungarischen Bischofskonferenz 
Deutsche Bischofskonferenz: Bischofssynode
Fotos von: www.magyarkurir.hu

Klara A. Csiszar