Jahrestagung 2019

Christliche Bildung und Humanismus im Globalen Kontext

– Eine Kooperationsveranstaltung mit Jesuit Worldwide Learning

Zeit: 20.–22. März 2019
Ort: Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt am Main

Die katholische Kirche ist im öffentlichen Leben als Akteurin bekannt, die sich im Bereich der schulischen, universitären und außerschulischen Bildung intensiv engagiert. Zuletzt veröffentlichte die Kongregation für das katholische Bildungswesen (KKB) eine neue Orientierungshilfe mit dem Titel „Erziehung zum solidarischen Humanismus“ (EsH). Darin wird der kirchliche Bildungsauftrag nicht nur mit Blick auf das Wohlergehen von Individuen innerhalb einer sich entwickelnden Gesellschaft verstanden. Im Zentrum steht vielmehr das Gemeinwohl aller Völker, Kulturen, und Religionen und die Befähigung zur Koexistenz in einer globalisierten Welt mit vielfachen Differenzen und Machthierarchien. In globaler Perspektive kann Bildung daher nicht auf die Ebene der intellektuellen Einzelförderung reduziert werden.

„Globaler Kontext“ bringt sich mit all unsere Vorstellungen und Ideen über Globalisierungsprozesse: offener Markt und freier Handel; die kleine Welt, die durch soziale Medien und dergleichen ermöglicht wird; die transkulturellen, und interkulturellen Transfere und Austausche; die Massenmobilität von Human- und Wirtschaftskapital ­− um nur einige zu nennen. Aber globaler Kontext, so kann man festhalten, geht über diese Prozesse hinaus. Er beinhaltet alle Konsequenzen, mit denen die Menschheit zu leben gezwungen ist. Er umfasst die Wechselwirkungen unseres gemeinsamen Schicksals, d.h. die Auswirkungen von Wirtschaftstätigkeiten, Kriegen und Konflikten, Krankheiten und Armut in bestimmten Regionen, in denen sie sich ereignen oder abspielen, ist global zu spüren, ohne dass ein bestimmtes Verteilungsmuster vorliegt. Neben der vielfältigen und sich ständig verändernden politischen und wirtschaftlichen Ordnung kann man sich die Umweltkrise, die überwältigenden demografischen Veränderungen, den Migrations- und Flüchtlingsstrom, die ständige Bedrohung des Weltfriedens neben der globalen Ungleichheit sowie die Unterentwicklung in verschiedenen Regionen der Welt vorstellen.

Da die Menschheit diese Herausforderungen mit Fortschritten in Wissenschaft, Technologie und wirtschaftlicher Expertise angeht, fehlt es an Initiativen für Koexistenz, globalem Frieden und Kooperation. Daraus folgt, dass eine zentrale Herausforderung für die heutige Welt das Wiederfinden eines gemeinsamen Zusammenlebens ist. Wir müssen uns bewusst machen, welche Art von Menschen wir sein sollten, um miteinander zu leben. Trotz unserer Unterschiede müssen wir fragen, worin das Beste von dem besteht, was wir als Menschen teilen? Wie integrieren wir dieses Verständnis in unsere Lernbemühungen? Diese Frage ist anthropologisch sowie pädagogisch zu beantworten.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die nächste Jahrestagung des IWMs mit dem christlichen Auftrag zur Bildung in der Welt von heute. Sie stellt die Frage nach den Bedingungen und Herausforderungen, wenn das Ziel der Bildungsarbeit die Realisierung eines globalen „solidarischen Humanismus“ ist. Welche Strukturen und institutionellen Rahmenbedingungen sind für den Aufbau einer „Zivilisation der Liebe“ hilfreich und notwendig? Welche Rolle sollte die Kirche in Zukunft spielen? Wie sollte sie sich in den Bildungssystemen der verschiedenen Länder und Ortskirchen positionieren? Antwort geben werden uns internationale und interdisziplinäre Expertinnen und Experten aus dem kirchlichen und außerkirchlichen Raum.

Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch. Es wird simultanübersetzt.

Die Veranstaltung wird unterstützt von den Missionsprokuren der Jesuiten in Deutschland (Nürnberg) und in der Schweiz (Zürich).

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