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Interkulturelle Theologie G

Interkulturelle Theologie (IT) erforscht die vielfältigen kulturellen Gestalten, in denen das Christentum in der globalen Moderne in Erscheinung tritt, und versucht, diese miteinander ins Gespräch zu bringen. Ebenso sucht sie den Dialog mit nichtchristlichen Kulturen und Religionen, in denen sie das Wirken des Geistes Gottes erkennt.

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin – Interkulturelle Theologie
omokanye@iwm.sankt-georgen.de
Bildquelle: IWM
Interkulturelle Theologie, so wie sie am IWM betrieben wird, versteht die Pluralität menschlicher Kulturen dabei nicht als Defizit, sondern als Ausdruck des Reichtums der mannigfachen Wege Gottes, sich den Menschen mitzuteilen.

 

Im interkulturellen und interreligiösen Dialog sieht sie ein unverzichtbares Mittel gegenseitiger Bereicherung und Korrektur sowie den ausgezeichneten Weg, um dem Reichtum der Offenbarung Gottes in der Geschichte der Menschen gerecht zu werden. Kontextualität begreift sie als konstitutives Charakteristikum jeder Form von Theologie und Glauben, ohne dabei die Ansprüche von Universalität und Wahrheit zu verabschieden.

IT greift in ihrer Forschung auf ein vielfältiges methodisches Instrumentarium zurück. Sie verwendet sowohl philosophische als auch soziologische, kulturanthropologische, psychologische, historische, exegetische und systematisch-theologische Methoden. Das inter- und transdisziplinäre Gespräch ist ein zentrales Charakteristikum interkultureller theologischer Forschung.
Zentrale Themen der IT sind das Verhältnis von Evangelium und Kultur, theologische Hermeneutik, Kulturtheorie, Universalität und Kontextualität, der Dialog der Religionen, die Struktur und Dynamik von Inkulturationsprozessen sowie interkulturellen und interreligiösen Konflikten, Theorien des Fremden, die Konstruktion kultureller Identitäten, Phänomene der Übersetzung, Fundamentalismus, interkulturelle und interreligiöse Gastfreundschaft, Globalisierungs- und (Post-)Säkularisierungsprozesse sowie Post- und Neokolonialismus.
Das IWM praktiziert den interkulturellen und interreligiösen Dialog nicht als Selbstzweck, sondern mit einer ethischen und theologisch-normativen Zielsetzung. Letzter Horizont ist es, durch die Förderung der Verständigung zwischen Kulturen, Religionen und Völkern zu mehr Frieden und Gerechtigkeit sowie zur Bewahrung der Schöpfung beizutragen und damit einen Beitrag zum Aufbau des Reiches Gottes zu leisten. Innerhalb der vorherrschenden ökonomisierten Sicht auf die Weltgemeinschaft versucht sie damit eine alternative Vision der Menschheitsfamilie glaubhaft zu bezeugen und ihre wachsende Bedeutung für die Entwicklung hin zu einer synodalen Kirche wahrzunehmen.
Bildquelle: IWM

Schwerpunkt „Mission digital“

Im Zeitalter der Digitalisierung und rasant voranschreitendem technologischen Fortschritt, setzt IT am Institut für Weltkirche und Mission aktuell einen Schwerpunkt auf Erscheinungsformen digitaler Glaubenskommunikation.

Mit diesem Schwerpunkt auf Digitalität versucht IT über geografische Grenzen hinweg, einen Beitrag zur Beantwortung der Frage zu liefern, wie digitale Glaubenskommunikation religiöse Landschaften verändert und wie sich (Kirchen)-Gemeinschaften an der Schnittstelle von digital-analogen Räumen verstehen und formieren.

 

Um der Diversität digitaler Räume als Orte von Kulturproduktion angemessen zu begegnen, lässt sich IT von gegenwärtigen gesellschaftlichen Ereignissen und Dynamiken (im Netz) anstoßen. Dabei reflektiert sie, welche Bedeutung digitale Räume als Kulturorte und Orte der Produktion von Theologie über territoriale Ansätze hinweg einnehmen.

 

Ziel ist es, zur Förderung der Verständigung zwischen (digitalen) Kulturräumen, Religionen und Gemeinschaften beizutragen.

Verantwortlich: Markus Luber SJ und Sophia Omokanye