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Besuch aus South Dakota: P. Edmund Yainao SJ am IWM

Eugen Büchel SJ war im frühen 20. Jahrhundert als Missionar bei den Lakota in South Dakota tätig. Er setzte sich intensiv mit ihrer Kultur und Sprache auseinander, dokumentierte die Lakota-Sprache und sammelte umfangreiches Wissen, unter anderem zur Pflanzenwelt und ihrer Bedeutung für die Lakota. Damit schuf er wichtige Grundlagen für die Bewahrung und Erforschung dieses Wissens. Sein Wirken wird in der Lakota-Gemeinschaft bis heute erinnert und gewürdigt.

An diese Verbundenheit knüpft der Besuch von P. Edmund Yainao SJ an. Begleitet von Cornelia Stieler, einer Großnichte Büchels, besucht er dessen Heimatort Schleid in Thüringen, um an das Wirken des Jesuiten und seine besondere Beziehung zur Lakota-Kultur zu erinnern. So verbindet die Reise die Erinnerung an Eugen Büchel mit einer heutigen Geste der Wertschätzung aus der Lakota-Gemeinschaft.

Der Besuch von P. Edmund Yainao SJ am IWM ergab sich aus dem Projekt „Missionsgeschichtliche Sammlungen“, in dessen Rahmen sich das Institut mit der Geschichte und Herkunft einer sogenannten „Missionskeule“ aus dem Umfeld der Jesuitenmission bei den Lakota beschäftigt hat. Die Beschäftigung mit dieser Steinkopfkeule eröffnete zugleich einen Zugang zur Missionsgeschichte Nordamerikas und zum Wirken Eugen Büchels.

Im Gespräch am IWM ging es jedoch nicht nur um historische Zusammenhänge. P. Edmund berichtete auch über die gegenwärtige pastorale Situation in der Rosebud Indian Reservation und die heutige Rolle der Jesuitenmission. Diese steht vor der Aufgabe, sich mit der Geschichte von Rassismus, Diskriminierung und paternalistischen Strukturen auseinanderzusetzen und zugleich Formen eines inkulturierten christlichen Glaubens zu entwickeln, die an den Erfahrungen und Traditionen der Menschen vor Ort anknüpfen und ihnen im Umgang mit gegenwärtigen sozialen Herausforderungen Kraft geben können.

 

P. Edmund bringt dabei selbst eine besondere interkulturelle Perspektive mit. Er stammt aus Nordostindien, gehört den Naga an und ist Mitglied der jesuitischen Kohima-Provinz. Seine Entscheidung, in South Dakota zu arbeiten, versteht er auch als Ausdruck der weltweiten Verbundenheit innerhalb des Jesuitenordens. Mit einem Augenzwinkern erzählt er, dass ihn Lakota deshalb bisweilen als „real Indian among Indians“ bezeichnen.

 

Im Gespräch hob P. Luber die inspirierende Kraft solcher interkulturellen Beziehungen hervor – sowohl in der Missionsgeschichte als auch in der Gegenwart. Für die theologische Arbeit des Instituts für Weltkirche und Mission eröffnen sie wichtige Perspektiven auf Mission, Inkulturation und weltkirchliche Verbundenheit. P. Edmund Yainao und das IWM vereinbarten, über diese Fragen auch künftig im Austausch zu bleiben.

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Die Beschäftigung mit der „Missionskeule“ steht exemplarisch für die Arbeit des IWM zu missionsgeschichtlichen Sammlungen. Die Erforschung der Herkunft und der Erwerbsumstände solcher Objekte ermöglicht eine differenzierte Auseinandersetzung mit Missionsgeschichte und ihren kolonialen Verflechtungen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung trägt dazu bei, historische Zusammenhänge sichtbar zu machen und Fragen nach Verantwortung sowie nach einem angemessenen heutigen Umgang mit diesem Erbe zu stellen. Fortgeführt wird diese Arbeit im neuen IWM-Projekt „Mission jenseits von Heimat und Kolonien“.

 

Mehr über Eugen Büchel SJ und die Geschichte der „Missionskeule“ ist in der mehrteiligen „Missionskeulen-Serie“nachzulesen, die in Zusammenarbeit mit weltkirche.de entstanden ist.