Studientag „Mission Digital?!“
Wie verändert Glaube im Netz religiöse und theologische Landschaften?
Der Studientag „Mission Digital?!“ fand am 23. Januar 2026 am Institut für Weltkirche und Mission statt. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie digitale Glaubenskommunikation religiöse und theologische Landschaften verändert. In unterschiedlichen Beiträgen von Dr. Sophia Omokanye zur Thematik von Autorität und Algorithmus im Kontext von katholischen Settings und von Prof. Matthias Ehmann zu aktuellen Entwicklungen im Bereich des Bundes freier evangelischer Gemeinden, wurden blitzlichtartig aktuelle Debatten in Forschung und Praxis diskutiert.
Für einen pragmatischen Einblick in aktuelle Herausforderungen von christlichen Content Creatorn bot der Input von Pascal Meyer, SJ zu „Digitalem Jesuitsein“ und die abschließende Podiumsdiskussion mit Content Creatorn aus unterschiedlichen christlichen Kontexten einen vielschichtigen Zugang.
Im Zentrum der Podiumsdiskussion mit Lisa Quarch, Jason Liesendahl und Simon Diercks stand die Frage, welchen aktuellen Herausforderungen Content-Creator:innen begegnen und in welchem Zusammenhang diese mit theologischen Fragestellungen stehen. Im Verlauf des Gesprächs wurden zahlreiche Aspekte angesprochen: von der Bedeutung digitaler Räume als safe spaces über die Frage, nach welchen Kriterien sich Authentizität messen lässt, bis hin zu Anforderungen an medienpädagogische Bildungsangebote, im Sinne einer „Unterscheidung der Geister“ bzw. einer medienkritischen Erziehung wirksam zu sein. Auch weiterführende Gedanken – etwa die Idee, das Internet im Bedarfsfall „per Knopfdruck“ ausschalten zu können – fanden Raum in der Diskussion.
Besonders großen Anklang fanden Überlegungen und der Appell an Content-Creator:innen selbst, ihre (theologische) Expertise möglichst transparent darzustellen, um Nutzer:innen im Netz die Überprüfung von Inhalten zu erleichtern. Im Sinne eines „Empowerings“ digitaler Content-Creator:innen wurde zudem bedauert, welchen Anfeindungen und im wahrsten Sinne des Wortes „teuflischen“ Zuschreibungen diese häufig ausgesetzt sind. Gemeinsam wurde darüber nachgedacht, welchen Stellenwert psycho-soziale Gesundheit im Kontext der Arbeit mit Social Media einnehmen sollte und welche Rahmenbedingungen hierfür notwendig sind.
Mit dieser Kombination an wissenschaftlich fundierten und pragmatischen Einblicken in unterschiedliche christliche Kontexte und deren Verschränkung mit digitaler Glaubenskommunikation, gestaltete der Studientag einen bedeutenden Auftakt für die weitere Vertiefung der Thematik im aktuellen Forschungsprojekt von Dr. Sophia Omokanye und zukünftigen Veranstaltungen am IWM.
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin – Interkulturelle Theologie
