Internationale Sommerschule 2026 auf den Philippinen
Vom 20. Februar bis 8. März sind Studierende der Hochschule Sankt Georgen zu einer internationalen Sommerschule auf die Philippinen gereist, die unter dem Thema „Theology and Mission in a Globalized Christianity – Experiential Learning in the Philippines“ stand. Organisiert und durchgeführt wurde die Sommerschule vom Institut für Weltkirche und Mission unter der Leitung von Prof. DDr. Markus Luber SJ und Dr. Roman Beck in Zusammenarbeit mit der Hochschule. Aus Sankt Georgen nahmen sieben Studierende an der Veranstaltung teil, die in eine jeweils einwöchige „Exposure“- und „lnclosure“-Phase aufgeteilt war. Die diesjährige Sommerschule war die zweite Veranstaltung in diesem Format, die erste internationale Sommerschule hatte 2022 in Kenia stattgefunden.
Die erste Woche auf den Philippinen diente der „Exposure“, bei der die Teilnehmenden im Fischerdorf Bolo Beach in der Diözese Alaminos, einem Partnerbistum von Limburg, lebten. In dieser Zeit konnten sie hautnah ins Alltagsleben der Fischerfamilien eintauchen: ein paar Wörter Tagalog lernen, frühmorgens zum Fischen auf die See fahren, nachmittags mit Jugendlichen Basketball spielen und abends gemeinsam Karaoke singen. Bei allen Begegnungen erlebten sie jedoch auch die prekären Lebensverhältnisse und die unzureichende Infrastruktur an diesem Ort. Neben dem Kennenlernen der Lebenswirklichkeit und kulturellen Besonderheiten ging es zugleich darum, den aktiven christlichen Glauben sowie die Organisationsformen der lokalen Kirche zu erfahren.
Die anschließende lnclosure-Phase fand an der Loyola School of Theology der Ateneo de Manila University statt, einer jesuitischen Universität, die zu den großen vier Universitäten auf den Philippinen zählt. Die gesammelten Erfahrungen der Exposure-Phase in Alaminos dienten als Grundlage für die akademische Reflexion, wie Theologie und Mission in einer globalisierten Welt interkulturell gestaltet werden können. Die Sankt Georgener Teilnehmenden trafen hierbei auf Studierende der Veranstaltungen von Pater Luber, der bereits seit Januar als Gastdozent an der Loyola School of Theology unterrichtete. In verschiedenen Modulen mit Kurzvorträgen erarbeitete und diskutierte die Gruppe kontextuell relevante Themen wie Postkolonialität, ökologische Mission als Antwort auf die Klimakrise, Pentekostalismus und charismatische Erneuerung als Herausforderung für katholische Pastoral.
Die intensiven Gespräche im Rahmen der Sommerschule unterstrichen einmal mehr, wie wichtig das Zusammenspiel von Exposure und Inclosure für das Gelingen interkultureller Lernformate ist. Während Exposure durch die „Unterbrechung“ vertrauter sprachlicher und kultureller Rahmungen einen Perspektivwechsel ermöglichte, bot Inclosure den strukturierten Raum für die wissenschaftliche Reflexion dieser lebensweltlich-existentiellen Erfahrungen. Diese methodische Verknüpfung ermöglichte es den Teilnehmenden, interkulturelle theologische Diskurse nicht nur inhaltlich zu vertiefen, sondern sie mit kontextuellen Bezügen zu verknüpfen. Ein idealtypischer Glücksfall war das Erleben der Gründungsfeier einer BEC in der ersten Woche der Sommerschule, während in der zweiten Woche auf deren Bedeutung als Keimzelle des christlichen Glaubens und als Aspekt der Synodalität auf den Philippinen reflektiert wurde. Der so initiierte Lernprozess sensibilisierte die Studierenden für die kulturelle Bedingtheit theologischer Reflexion, die stets auch als Reaktion auf die Vielfalt pastoraler Herausforderungen in globalen Kontexten zu verstehen ist.



















