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Katholischer Flüchtlingsgipfel

„Wir schaffen das gemeinsam“

Anfang November hatte der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen Erzbischof Dr. Stefan Heße zu einem „katholischen Flüchtlingsgipfel“ am 24. November in Würzburg eingeladen. Trotz des kurzen Vorlaufs sind der Einladung über 140 Vertreter kirchlicher Einrichtungen gefolgt.
Arbeitsgruppe beim katholischen Flüchtlingsgipfel © TK
Im Vorfeld der Tagung hatten die Teilnehmer den Entwurf eines Arbeitspapiers erhalten, dessen erklärtes Ziel die „Vergewisserung über leitende Prinzipien und vorrangige Themenfelder der kirchlichen Flüchtlingshilfe“ war und das auf dem Gipfel diskutiert werden sollte. Entsprechend wurde dieser dann auch mit einer knappen Vorstellung des Papiers im Plenum eröffnet. Direkt im Anschluss gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit, Kritik und Verbesserungsvorschläge vorzutragen. Der Entwurf stieß bei der Mehrheit der Anwesenden auf ein positives Echo und die kritischen Anmerkungen waren durchgehend sehr konstruktiv.

Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass die besondere Situation der Frauen auf der Flucht in der Vorlage nicht genügend zum Tragen komme. Außerdem gelte es, mit Blick auf die Sensibilisierung von Kirche und Gesellschaft die Fluchtursachen stärker in den Blick zu nehmen. Ohne die Not der geflüchteten Personen zu verharmlosen, sei es wichtig, auch die Potenziale und Chancen zu sehen, die sich aus der Begegnung und dem Miteinander ergäben. Wichtig sei zudem, die Begriffe zu überbedenken, mit denen wir angesichts der neuen Situation hantieren. „Flüchtlingsarbeit“ sei besser als „Flüchtlingshilfe“, „Inklusion“ treffender als „Integration“, die Betonung der „Krise“ gelte es zu vermeiden.
Positiv hervorgehoben wurde unter anderem die unmissverständliche Selbstverpflichtung, dass die kirchliche Flüchtlingsarbeit nicht auf Kosten des Engagements für andere Bedürftige in der Gesellschaft erfolgen dürfe.

Erzbischof Stefan Heße © TK
Auf die Plenumsdiskussion folgten zwei Phasen mit zehn thematisch sortierten Arbeitsgruppen. Die Teilnehmer hatten bereits im Vorfeld der Tagung ihre thematischen Präferenzen rückgemeldet und waren entsprechend der ein oder anderen Gruppe zugewiesen worden. Die thematische Spannbreite reichte von den Fragen des Wohnraums, der Seelsorge, der Begleitung von Ehren- und Hauptamtlichen über die Herausforderungen der Gesundheit, der Bildung und der Integration in den Arbeitsmarkt bis hin zur Thematik der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, der internationalen Flüchtlingshilfe, des interreligiösen Dialogs und der politischen Positionierung der Kirche zu den Fragen von Flucht und Asyl.

 

Im Abschlussplenum trugen die Moderatoren der Arbeitsgruppen die jeweiligen Handlungsempfehlungen an den Sonderbeauftragten Erzbischof Heße und seinen Arbeitstab vor. Dieser dankte in seinem Schlusswort für das Engagement der Anwesenden und deren rege Beteiligung an der Diskussion. Er betonte, dass er seine Aufgabe subsidiär verstehe und als einen Dienst der Koordination und der Vernetzung. Außerdem gelte es nicht so sehr, neue Aktivitäten für Geflüchtete ins Leben zu rufen, als diese vielmehr in die bestehenden Initiativen einzubinden und als Subjekte sozialen und kirchlichen Handelns zu würdigen. Schließlich bekräftigte er angesichts der zahlreichen Herausforderungen seine Zuversicht mit der von ihm im Anschluss an die Kanzlerin andernorts bereits geäußerten Formulierung: „Wir schaffen das gemeinsam“.

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    Vgl. auch: br.de katholisch.de

  • t

    Tobias Keßler

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