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„Es gibt keine Ökologie ohne eine angemessene Anthropologie“

Alles ist eng aufeinander bezogen

Mit der am 18. Juni veröffentlichten Enzyklika „Laudato si’“ möchte sich Franziskus „an jeden Menschen wenden, der auf diesem Planeten wohnt“ (3). Es geht ihm um „das gemeinsame Haus“, das bereits große Schäden aufweist. Der Titel verweist auf den Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi, den der Papst auch hier als Vorbild nennt. Bezeichnend ist mit Blick auf den Ansatz der Enzyklika, dass der Mann aus Assisi die Liebe zu den Armen und die Achtsamkeit gegenüber der Schöpfung bereits in sich vereint.
Franziskus | © Jeffrey Bruno, nachbearbeitet von TK
Neu ist an der Enzyklika nicht so sehr die Betonung der Interdependenz zwischen ökologischen und sozialen Fragen. Charakteristisch ist vielmehr die unbeschönigte Analyse der Ursachen und der Verantwortlichkeiten. So ist etwa die Rede von einer „ökologischen Schuld“ (51) des Nordens gegenüber dem Süden. Als Hauptursache an der Wurzel der problematischen Entwicklungen betrachtet der Papst eine Logik, die in einer „großen anthropozentrischen Maßlosigkeit“ der Moderne zutage tritt und „jeden Versuch, die sozialen Bande zu stärken, schädigt“ (116). Wenngleich mit einer anderen Semantik, so wird doch auch hier die von Franziskus wiederholt beklagte Selbstreferenzialität thematisiert, die durch das herrschende „techno-ökonomische Paradigma“ noch verstärkt wird und sich in einem zwanghaften Konsumismus äußert (203).

 

Aufs Ganze gesehen sieht Franziskus somit jeden Einzelnen in der Pflicht, wenngleich in unterschiedlichem Maße. Eine besondere Verantwortung liegt jedoch bei Wirtschaft und Politik. Angesichts der zunehmenden Dominanz ökonomischer Gesetzlichkeiten sowie des transnationalen Charakters von Wirtschaft und Finanzen greift der Papst das Thema der Notwendigkeit einer „poltischen Weltautorität“ (175) auf, von der bereits Johannes XXIII. gesprochen hatte.

 

Es bleibt zu hoffen, dass das breite positive Echo aus Kirche und Welt auf das päpstliche Schreiben nicht allzuschnell wieder verhallt. Jedenfalls leistet Franziskus mit der neuen Enzyklika einen wichtigen Beitrag zum öffentlichen Diskurs in dieser Sache und setzt durch die Verbindung von ökologischen, sozialen sowie theologischen Aspekten einen wichtigen Akzent in der Diskussion, den auch die Politik nicht so einfach ignorieren kann.

 

Nicht unbedingt verwunderlich, aber leider schon fast symptomatisch erscheint dagegen der Umstand, dass der Papst selbst in derart zentralen Fragen wie der Option für die Armen und der Bewahrung der Schöpfung die Gläubigen keineswegs geschlossen hinter sich hat (vgl. Enzyklika: Lob von Obama und Ban, kein Lob von Jeb Bush).

 

Eine kleine Sammlung von Kommentaren ist unter domradio.de sowie unter kathpress.at zusammengestellt.

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    Tobias Keßler

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