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Religion und kulturelle Identität – Neue Impulse?

Als die Generalversammlung der Vereinten Nationen im November 2001 den 21. Mai zum Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung ausrief, geschah dies auf dem Hintergrund ihrer Allgemeinen Erklärung zur kulturellen Vielfalt – mit dem Ziel, die Pluralität der Kulturen weltweit zu schützen und weiterhin ausdrücklich zu fördern.

Auch die Bundesrepublik Deutschland hat sich zu Beginn des neuen Jahrhunderts jenem gewichtigen Anliegen verschrieben und schon wenig später, im März 2002, die Kulturstiftung des Bundes gegründet, welche seither durch die Unterstützung innovativer Programme und Projekte den kulturellen Austausch und gesellschaftlichen Dialogprozess insbesondere auch in internationalen Kontexten voranbringt. Ausgewählte Themenschwerpunkte der vielseitigen Stiftungsarbeit derzeit sind etwa die künstlerischen Sparten Musik und Klang sowie Film und Neue Medien, aber des Weiteren auch übergreifende Kategorien wie Erbe und Vermittlung oder Nachhaltigkeit und Zukunft.
Dass nun gerade in derartigen Zusammenhängen die implizite Verflechtung von kultureller Identität und religiöser Herkunft einer Nation, einer Gesellschaft oder eines Einzelnen stets mitzudenken ist, gilt nach wie vor als allgemeiner Konsens; der spezifisch eigene Wert sowie die konkreten Potenziale jedoch, welche den verschiedenen religiösen Weltanschauungen mit Blick auf die drängenden soziokulturellen Diskurse innewohnen, wurden in der jüngeren Vergangenheit immer wieder ambivalent bewertet. Umso erfreulicher stellt sich deshalb der dezidiert positive Zugang zum komplexen Themenfeld der Religion dar, wie ihn dieses Jahr nur wenige Wochen nach dem UNESCO-Welttag die Bundeskulturstiftung mit ihrer internationalen Konferenz unter dem Titel „Ihr aber glaubet – Religion und Wachstumsdenken“ aufzeigt. Denn, so macht die Stiftung hinsichtlich der spannenden interdisziplinären Fragestellung im Vorfeld bereits eindringlich klar: „Religionen sind für sie kein bloßes Residuum des Irrationalen, kein Gegenbegriff zum Wissen, nichts also, das durch Aufklärung etwa überwunden werden müsste oder könnte. Die Konferenz fasst sie vielmehr als eine lebendige Erfahrungsweise auf, als ein nach wie vor wirksames kulturelles Erbe und als ein Mittel der Zukunftsgestaltung.“

 

Die internationale Konferenz der Kulturstiftung des Bundes findet vom 12.-14. Juni 2015 in Köln statt und wird am Freitagnachmittag mit dem sogenannten „Campus“, einem offenen Arbeitsraum für Künstler, Forscher und verschiedene Gruppen von Aktivisten eröffnet. Neben Wirtschaftswissenschaftlern, Politikern und Philosophen sind an diesem Wochenende vor allem Theologen der drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam an zahlreichen Vorträgen, Diskussionen und Workshops beteiligt, darunter etwa Edna Brocke, Klaus von Stosch und Ahmad Milad Karimi. Das ausführliche Programm und Hinweise zur Anmeldung finden sich unter:

Einen interessanten Vorgeschmack bietet außerdem die aktuelle Ausgabe des stiftungseigenen Magazins, welche ebenfalls dem Thema „Religion“ gewidmet ist:
Quelle:
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