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Heilsame Dezentralisierung

Studientag des IWM am 05. November 2015

24. November 2013 – 17. Oktober 2015 – 24. Oktober 2015 – 05. November 2015. Mit diesen vier Daten verbindet sich eine ekklesiologische Vision von Papst Franziskus, die das Potential hat, die Kirche weitreichend zu verändern.

 

24. November 2013

Vor rund zwei Jahren veröffentlichte Papst Franziskus sein apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, mit dem er programmatische Perspektiven für die Zukunft der Kirche aufzeigen wollte. (EG 1) In eben diesem Schreiben erwähnte er erstmals das Stichwort der Dezentralisierung: „Ich glaube auch nicht, dass man vom päpstlichen Lehramt eine endgültige oder vollständige Aussage zu allen Fragen erwarten muss, welche die Kirche und die Welt betreffen. Es ist nicht angebracht, dass der Papst die örtlichen Bischöfe in der Bewertung aller Problemkreise ersetzt, die in ihren Gebieten auftauchen. In diesem Sinn spüre ich die Notwendigkeit, in einer heilsamen ,Dezentralisierung‘ voranzuschreiten.“ (EG 16)

 

17. Oktober 2015

Im Vatikan wird ein Festakt begonnen, denn die Institution der Bischofssynode feiert ihre Errichtung vor 50 Jahren. Zu diesem Anlass hält Papst Franziskus eine Ansprache, die um die inhaltlichen Schwerpunkte Kollegialität der Bischöfe und Synodalität der Kirche kreisen. Franziskus verdeutlicht hier, dass die kirchliche Realität noch weit hinter den Vorstellungen des II. Vatikanischen Konzils zurückbleibt und erneut erwähnt er die Idee der heilsamen Dezentralisierung: „Wir müssen nachdenken, um durch diese Organismen die Zwischeninstanzen der Kollegialität noch mehr zur Geltung zu bringen, eventuell durch Integration und Aktualisierung einiger Aspekte der alten Kirchenordnung. Der Wunsch des Konzils, diese Organismen könnten zu einer Stärkung der Mentalität bischöflicher Kollegialität beitragen, hat sich noch nicht völlig erfüllt. Wir sind auf halbem Wege, auf einem Teil des Weges. Wie ich bereits betont habe, ist es in einer synodalen Kirche »nicht angebracht, dass der Papst die örtlichen Bischöfe in der Bewertung aller Problemkreise ersetzt, die in ihren Gebieten auftauchen. In diesem Sinn spüre ich die Notwendigkeit, in einer heilsamen ,Dezentralisierung‘ voranzuschreiten«.“

24. Oktober 2015

Zum Abschluss der Bischofssynode für die Familie 2015 fasst Franziskus seine Eindrücke der Arbeit der Synodenväter zusammen. Zwar fällt in diese Rede nicht der Begriff der Dezentralisierung, aber in seiner Reflexion auf den synodalen Prozess greift Franziskus einen Aspekt der Dezentralisierung heraus, um den anwesenden Bischöfen Mut für diesen Weg zu machen: „Und – jenseits der vom Lehramt der Kirche genau definierten dogmatischen Fragen – haben wir auch gesehen, dass das, was einem Bischof eines Kontinentes als normal erscheint, sich für den Bischof eines anderen Kontinents als seltsam, beinahe wie ein Skandal herausstellen kann – beinahe! –; was in einer Gesellschaft als Verletzung eines Rechtes angesehen wird, kann in einer anderen eine selbstverständliche und unantastbare Vorschrift sein; was für einige Gewissensfreiheit ist, kann für andere nur Verwirrung bedeuten. Tatsächlich sind die Kulturen untereinander sehr verschieden, und jeder allgemeine Grundsatz – wie ich sagte: die vom Lehramt der Kirche genau definierten dogmatischen Fragen – jeder allgemeine Grundsatz muss inkulturiert werden, wenn er beachtet und angewendet werden soll. […] Die Inkulturation schwächt nicht die echten Werte, sondern zeigt deren wahre Kraft und ihre Authentizität, denn sie passen sich an, ohne sich zu verwandeln, ja, sie bewirken gewaltlos und stufenweise eine Umformung der verschiedenen Kulturen.“

05. November 2015

Allein diese drei Daten der jüngeren Vergangenheit zeigen, wie sehr das Anliegen der Dezentralisierung Franziskus am Herzen liegt. Aber was heißt das genau? Wie könnte eine dezentrale Kirche aussehen und welche Strukturen werden dazu benötigt? Diesen und anderen Fragen geht das IWM am 05. November 2015 nach. Gemeinsam mit Prof. Dr. Reinhard Kardinal Marx und Prof. Dr. Gerard Mannion stehen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kompetente Gesprächspartner aus Theorie und Praxis kirchlichen Lebens zur Verfügung.

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    Markus Patenge

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