Internationale Sommerschule „Synodalität“ in Kenia

15. September 2022

Die vom Institut für Weltkirche und Mission (DDr. Markus Luber SJ, Dr. Roman Beck) in Kooperation mit der Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen (Dr. Bernhard Knorn SJ) organisierte Internationale Sommerschule ist erfolgreich in Kenia durchgeführt worden. Das Thema der vom 26. August bis 10. September 2022 stattfindenden Sommerschule war „Synodality: An intercultural opportunity for the Catholic Church“. Neben zehn Frankfurter Studentinnen und Studenten nahmen in der zweiten Woche auch fünfzehn Theologiestudenten des Hekima University College, der Jesuiten-Hochschule in Nairobi, unter der Leitung von Prof. Peter Knox SJ teil.

Die erste Woche diente der „Exposure“, bei der die Teilnehmer/innen aus Deutschland in verschiedenen ländlichen bis kleinstädtischen Orten der Diözese Nakuru in Gastfamilien mitlebten und in engem Kontakt zu den jeweiligen Pfarreien das soziale und kirchliche Leben kennenlernten. Hier ging es darum, den aktiven christlichen Glauben in der afrikanischen Kultur sowie die Organisations- und Leitungsformen der lokalen Kirche zu erfahren. Sie besuchten zum Beispiel die Versammlungen Kleiner Christlicher Gemeinschaften, gingen mit Katechisten in Schulen und auf Krankenbesuche und sprachen mit ihren Gastgebern über die politische und wirtschaftliche Situation Kenias. Daneben gehörte es zur „Exposure“, hautnah ins Alltagsleben einzutauchen: ein paar Wörter Kisuaheli zu lernen, das Mittagessen mit den Händen zu essen, mit dem Auto im Schlamm der unbefestigten Nebenstraße steckenzubleiben – und bei allen Besuchen eine riesige Gastfreundschaft zu erleben!

Die zweite Woche fand in der Hauptstadt Nairobi statt und stand unter dem Motto „Inclosure“: Die gemachten Erfahrungen sollten nun im Hinblick auf eine interkulturelle Synodalität der Kirche akademisch reflektiert werden. Die Sankt Georgener Teilnehmer/innen stellten die Anliegen und die Vorgehensweise des Synodalen Wegs in Deutschland vor; die ostafrikanischen Studenten präsentierten ihr Verständnis vom Synodalen Prozess der Weltkirche. Im gemeinsamen Studium wurden theologische Prinzipien und mögliche Verwirklichungen der Synodalität in der Katholischen Kirche in interkultureller Perspektive erarbeitet und diskutiert.

In den Gesprächen wurde deutlich, dass viele kirchliche Problemstellungen und Reformanliegen aus Deutschland auch in Kenia geteilt werden. Doch die Herangehensweise scheint weniger eine strukturelle als eine pastoral-praktische zu sein. Dabei begegnete den Sankt Georgener Gästen ein zuversichtliches Selbstbewusstsein: Die Kirche soll und kann eine Weggemeinschaft werden, in der auch die Stimmen der einfachen Leute gehört werden, in der Frauen leitende Rollen einnehmen, in der lokale Probleme partizipativ vor Ort gelöst werden. Ein hochrangiger Vertreter des Erzbistums Nairobi, den die Sankt Georgener Gruppe im Ordinariat zu einem Expertengespräch traf, brachte dies auf den Punkt: „Wir warten nicht, bis Rom vielleicht einmal einen kleinen Teil unserer Anliegen gesamtkirchlich umsetzt, sondern wir gehen das beherzt an, was in unserer Hand liegt und was wir vor Ort umsetzen können.“

Die Sommerschule wurde finanziell unterstützt vom DAAD sowie von den Heimatbistümern der deutschen Teilnehmer/innen – mit dem ausdrücklichen Anliegen, die weltkirchliche Qualifikation ihres künftigen Personals zu fördern.

Einzelnen Stationen der Sommerschule (#summerschool2022) können über folgende Kanäle der sozialen Medien verfolgt werden:

Facebook: https://www.facebook.com/weltkircheundmission

Instagram: https://www.instagram.com/albertus_magnus_programm/

Bernhard Knorn SJ
Photos: Roman Beck

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